Klausenrace 2006

Mit der Calthorpe Ivory zum Klausenrennen

 Nachdem die Maschine noch in den letzten Tagen rennfertig gemacht wurde, ist am Mittwoch  das Calthorpe Racingteam (Petra, Martin und ich) zum Klausen aufgebrochen. Mit dem teilweise zerlegten Motorrad im Kofferraum und einem Wohnwagen am Haken ging es am Bodensee entlang in die Schweiz. Am Donnerstag erreichten wir Linthal, wo wir im Fahrerlager gerade noch einen Platz ergattern konnten. Nachdem dieser sicher war fuhren wir zur Technischen Abnahme nach Glarus zurück. Ohne Beanstandungen erhielten wir die Unterlagen und die Zulassung zum Rennen. Gemeinsam mit den anderen Teilnehmern stand die Calthorpe als einzige ihrer Gattung in guter Gesellschaft. Seltene Marken wie Chater Lea, Country Eagle, Radco, Schüttof, Condor, Motosacoche und bekanntere wie Rudge, Standard, Norton, NSU, BMW uvm. waren zusehen. Sicherlich ist das Klausenrennen eine der wenigen Veranstaltungen mit so vielen Marken.

Der 1. Trainingslauf begann etwas verhalten, da die Kupplung zu rutschen begann. Aber die Passhöhe wurde sicher erreicht. Am Abend begann das Schrauben: komplette Demontage der Kupplung, Beseitigung des Fehlers und Montage. Dabei war es Nacht geworden.

Die Ernüchterung kam am nächsten Morgen. Jetzt funktionierte die Kupplung perfekt, aber die Zündung hatte sich hoffnungslos verstellt. Der Fehler war schnell ausgemacht und die Reparatur war möglich. Dafür musste ich den Start zum 2. Trainingslauf absagen.

Um 15.00 Uhr war die Maschine wieder einsatzbereit und einem Start stand nichts im Wege. Alles lief perfekt, bis ich auf dem Urnerboden bemerkte, dass der Deckel der Schwimmerkammer durch Abwesenheit glänzte! Nun habe ich jede Kurve gehofft, dass genügend Benzin in den Vergaser gelangt und der Motor nicht zu sehr stottert. Alles Bangen hatte am Schluss geholfen und der Klausenpass war erreicht.

Im Fahrerlager begann dann die 3. Reparatur. Obwohl mir verschiedene Ersatzteile von anderen Fahren angeboten wurden, diese aber englisches Gewinde besaßen (AMAL Birmingham ist eben nicht AMAL Fischer !), musste ich auf eine eigene Kreation zurückgreifen.  Aus einem Trinkbecher, etwas Silikondichtmasse und mit etwas Wärme entstand ein „Klarsichtdeckel“. Am nächsten Morgen war das Silikon ausvulkanisiert und das Provisorium funktionsfähig.

Der 2. Rennlauf ging gut voran und es gab keine Probleme. Gegen 18.00 Uhr war ich zurück im Fahrerlager und die Maschine konnte wieder reisefertig gemacht werden.

Die Rangverkündigung war etwas durcheinander, aber in meiner Klasse konnte ich den Erfolg von 1998 wiederholen und den 1. Rang belegen. Damit hatten dann alle Mühen und alles Schrauben einen würdigen Schlusspunkt erreicht.

In der gleichen Nacht ging es noch bis kurz nach Lindau und am nächsten Tag in die Heimat.

 

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei all denjenigen bedanken, die an diesem Erfolg mitgewirkt haben:

Zu erst möchte ich meine liebe Frau Petra nennen, die mich jederzeit unterstützt. Aber auch meine Söhne Martin und Maximilian, die beim Vorbereiten und Reparieren dabei waren.

Nicht zuletzt seien die Mitstreiter aus dem Fahrerlager am Klausen genannt, die mir bei den Reparaturen mit Tipps und Kleber zur Seite standen.

 

Vielen Dank auch an die Organisatoren, die eine wunderschöne Veranstaltung am Klausen zu einem unvergesslichen Erlebnis werden ließen.