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Instandsetzung des Burman BAP Getriebes

Das BA(P) Getriebe von Burman

Burman (bzw. Burman and Sons) war ein großer englischer Maschinenbaubetrieb, welcher im Jahre 1871 in Birmingham gegründet wurde. Bekannt war dieser vor allem als Getriebelieferant für den englischen Motorradbau. Calthorpe nutzte anfangs eigene Getriebe nach einem Patent von Firmengründer G. W. Hands. Später wurde bei Enfield und Sturmey Archer zugekauft, bis man 1922 das erste Mal zu Burman griff. Ab 1932 nutzte man Albion Getriebe, welche in Lizenz mit Calthorpe-Schriftzug gebaut wurden. Ab 1935 erfolgte der Einbau des Burman BAP bei Calthorpe Motorrädern.
Das Burman BA Getriebe wurde 1931 auf den Markt gebracht. Im Vergleich zu den Getrieben der Zeit ist es deutlich wuchtiger und man vermarktete es als "heavy-duty" Getriebe. Es trug der steigenden Leistung der Maschinen Rechnung und war zudem, dank Schaltautomat, komfortabel mit dem Fuß schaltbar. Die Konstruktion dieser 4-Gang Getriebe war so gut und robust, dass diese bis zum Jahre 1952 verwendet wurden. Erster Großkunde war Ariel (1931) und andere Hersteller zogen rasch nach. Das BA, BAU und BAP Getriebe wurde mit Fett befüllt und voneinander unterschieden sie sich in Lage und Form der Aufhängung. 1933 reichte man das CP-Getriebe nach, welches mit einem Fett-Öl Gemisch befüllt wurde. Die Abdichtung war hier anders gestaltet und es gab einen Einfüllstutzen für Öl.

Aufarbeitung des Burman BAP

Aufgrund der langen Bauzeit sind einige Zahnradpaarungen möglich und es kann getauscht und vertauscht werden. Doch glücklicherweise war mein Getriebe richtig bestückt(Gemarkt mit "HS" = "High-Speed",erkennbar am Antrieb mit 33 Zähnen außen). Der korrekte Zahnradsatz und alle Getriebteile sowie mögliche Umbauten finden sich in der Ersatzteillisten für die Ivory der Jahre 1935 bis 1938 oder in den BURMAN Katalogen dieser Zeit. An meinem Getriebe waren die Buchsen der Hauptwelle verschlissen und hatten ein Spiel von 2,5/10 mm. Diese wurden erneuert und das gesamte Getriebe gesäubert, geprüft und montiert.

burman_diagramm
Einzelteile eines Burman BAP Getriebes
neue_buchsen
In dem Zahnrad läuft die Hauptwelle innen. Zudem trägt es das Abtriebsritzel und ist somit hoch belastet. Die Buchsen wurden erneuert.
wellen
Links: Vorgelege; Mitte: Schaltwalze mit Gabeln; Rechts: Abtriebswelle
wellen_montiert
"Lose" - montiert
gehäusehälften
Die Gehäusehälften sind gereinigt und mit neuen Lagern versehen worden.
teilmontage
Antriebswelle (Hauptwelle) und montiertes Abtriebszahnrad
zusammenbau
Die vormontierten Wellen werden einfach in das Gehäuse gesteckt.
Arretierung
Der federbelastete Haken arretiert die Schaltwalze und sorgt dafür, dass der Gang nicht herausspringt.
rollenundscheibe
12 Zylinderrollen sorgen für die Lagerung der Schaltwalze. Besonders wichtig beim BAP: Die Anlaufscheibe auf dem Zahnrad des 3. Gangs!
gedeckelt
Das Gehäuse ist verschraubt.
schaltautomat_einzel
Schaltautomat in Einzelteilen
schaltautomat_zubau
Schaltautomat zusammengebaut
nullaufnull
Der Automat wird nun in das Gehäuse gesteckt. Die Null auf der Schaltwalze und die Null des Zahnsegments stehen sich gegenüber.
abtrieb
Das Abtriebsritzel ist verschraubt und das Sicherungsblech wird umgebördelt.
kickstarter
Das Kickstarter Zahnrad und deren Rastung wird mit der Hauptwelle verschraubt.
federspannen
Die Rückholfeder der Kickers wird eingehängt und gespannt.
fertig
Der Seitendeckel wird verschraubt und das Getriebe ist fertig montiert.

Das Getriebe schaltet sauber und dreht. Nun muss es noch befettet werden. Laut Burman Handbuch aus dem Jahre 1938 soll man Castrolease Medium, Mobilgrease № 2, Shell Motor grease soft oder Esso "D" Fett dafür nutzen. Nach meinen Recherchen sollten dies Lithiumseifenfette sein. Ich werde ein Castrol Spheerol L/EPO Fett verwenden. Zu einem Drittel sollte das Fett das Gehäuse füllen und alle 1000 miles sollten 2 bis 3 ozs nachgefüllt werden.