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Anbauteile und sonstige Arbeiten

In dieser Rubrik zeige ich, welche Teile am Motorrad verbaut wurden oder welche Alternativen möglich sind. Anmerkungen zum Zulieferer sowie zur Funktionsweise wird es ebenso geben. Vorab: Jedes Anbauteil hat sich an meiner Ivory als kleine Baustelle erwiesen, an welcher mit mehr oder weniger Geduld und Zeit gewerkelt werden musste.

Eureka Öldruckmesser

Calthorpe verbaute ab 1931 mit der Markteinführung der Ivory III einen Öldruckmesser, welcher im Tankinstrumentenpanel untergebracht wurde. Da die Schmierung für einen Motor existenziell ist, zeigt das Instrument dem Fahrer sofort an, wenn im Ölkreislauf etwas nicht in Ordung ist. Zudem hilft es, den korrekten Öldruck (5 bis 7 Psi) im Warmbetrieb einzustellen. Calthorpe verwendete einen Öldruckmesser der Marke EUREKA, welche bei Joseph Tomey & Sons (Tomey makers) in Birmingham produziert wurden. Das 2" große Manometer hat einen Messbereich von 0 bis 15 Psi und ist mit einer Rohrfeder ausgestattet.
An meiner Ivory befand sich leider ein Automobil-Manometer aus den 50er Jahren mit viel zu großem Messbereich. Insofern habe ich mich um Ersatz kümmern müssen. Dabei stellte ich schnell fest, dass selbst schlechte und defekte Exemplare nicht unter 180 € gehandelt werden. Da ich eine echte Zeigernadel im Fundus hatte und ebenso ein Ziffernblatt auftreiben konnte entschloss ich mich zum Eigenbau. Dabei nutzte ich ein neues 1 bar - Manometer von WIKA als Grundlage, baute es in das alte Gehäuse und bestückte es mit dem Ziffernblatt sowie der alten Nadel.
Nach längerer Suche fande ich auch die passenden Chromringe. Sie sind für Instrumente der Firma "Smiths" gedacht und passen hervorragend!
Wissenswertes: Der Öldruckmesser aus dem Jahre 1931 hatte noch keine rote Linie und "Danger-Aufschrift". Stattdessen trug er die Aufschrift "Guaranteed to withstand 120LBS". Der Öldruckmesser verschwand 1937 mit dem Entfall des Instrumentenpanels!

 

eureka_miller
Restauriertes Ölmanometer und Amperemeter

Miller Amperemeter № 832 (und № 75)

Mit der Ivory III wurde 1931 ebenso ein Amperemeter (2") eingeführt, welches auch im Instrumentenpanel des Tanks sitzt. Es stammt von "MILLER" (H. Miller and Co, später S.U.S) aus Birmingham. Diese Firma hatte ein umfangreiches Angebot an Kraftfahrzeugelektrik. Von der Lichtmaschine und dem Regler bishin zu Schaltern, Instrumenten und den Scheinwerfern reichte das Portfolio. Die Firma war, wie man aus ihrer Produktpalette ersehen kann, ein direkter Konkurrent für die ebenfalls im Birmingham ansässige Firma "LUCAS". Calthorpe stattete ab Werk mit MILLER aus, sofern die Maschine mit Licht und Horn bestellt wurde.
Das Amperemeter arbeitet nach dem Drehspulenprinzip und zeigt +/- 8A (6A im Jahre 1931) an. Mit Hilfe des Instrumentes lässt sich die Elektrik überwachen. Es wird zwischen Batterie und Regler verbaut und zeigt somit an, ob die Batterie geladen oder entladen wird. Im Normalfall fließt der Strom bei niedrigen Drehzahlen von der Batterie in die Verbraucher und die Batterie stützt die Elektrik. Mit steigender Drehzahl kann dann die Lichtmaschine den Bordverbrauch decken (Mittelstellung beim Amperemeter). Bei noch höheren Drehzahlen oder abgeschaltetem Licht erfolgt ein Stromfluss zur Batterie und diese wird geladen. Sollte der Fahrer ein abweichendes Verhalten bemerken, liegt ein Defekt in der Elektrik, wie ein loses Kabel oder ein Bauteilschaden, nahe!
Frühe Miller Amperemeter haben ein "Leuchtturm" - Logo aufgedruckt (siehe oben), während spätere eine Raute mit den Lettern MILLER (№ 832 Type 2 BILD) haben. Das Amperemeter aus dem Jahre 1931 war anders (№ 75) und unterscheidet sich durch den kleineren Messbereich und ein schwarzes Skalenblech (BILD)! Ab 1937 wurde das Amperemeter zusammen mit dem Lichtschalter im Scheinwerfer untergebracht. Damit war es eine gesamte Baugruppe von Miller.
Alternativ können für die Baujahre 1931 bis 1936 auch Amperemeter von LUCAS verwendet werden, da es bei Bestellung des Krads ohne Licht und Horn dem Kunden frei stand, welche Komponenten er anbaute.
Mein Amperemeter hatte einen Wasserschaden und das Eisenblättchen war schwach. Nach einer Reinigung, Entrostung, Konservierung und Magnetisierung zeigte es wieder volle Funktion. Der Chromring ist der gleiche wie beim Öldruckmesser.

Smiths Chronometric Tachometer

Bei den Tachometern hatte in England die Firma "Smiths" aus London das Monopol. Smiths kaufte in den 1920ern die Firma British Jaeger Instruments / London und baute fortan mit Patentverweis deren Tachometer. Der Chronometrische Tacho arbeitet rein mechanisch, wie ein Uhrwerk. Der Zeiger "springt" also. Mein Tacho war noch in gutem Zustand! Nach einer kompletten Zerlegung und Reinigung zeigte er volle Funktion. Das Gehäuse wurde aufgearbeitet und ein neuer Chromring, samt Glas und Dichtung verbaut.

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Smiths 80 Miles per hour. Ein tolles Instrument!